Crowdconvention Berlin – Wie sieht die Zukunf des Crowdsourcing aus?

Veröffentlicht am 16.06.2011 von team twago

Gestern hat sich die internationale Crowdsourcing-Community zur ersten europäischen Crowdsourcing-Konferenz in Berlin getroffen: Der Crowdconvention.

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Wolfgang Kitza (clickworker.com) war mit der Crowdconvention sehr zufrieden

Clickworker.com hatte zusammen mit CrowdFlower, Crowdsortium und Microtask eingeladen, um interessanten Vorträgen zu folgen und mehr über die aktuellsten Trends und neuesten Projekte aus der Crowdsourcing-Branche zu erfahren.

Mehr Bilder gibt’s auf twagos Flickr.

Crowdsourcing für Musiker

Das Projekt von Bart Becks beispielsweise, das im Rahmen einer Podiumsdiskussion über Crowdfunding vorgestellt wurde, könnte für Musiker und unbekannte Bands ein echtes Sprungbrett sein. Seine belgische Crowdfunding-Plattform Sonicangel hilft Musikern, viele kleine Geldbeträge als Finanzierung für ein Album oder eine Tour von Fans einzusammeln. Im Gegenzug erhalten die Geldgeber kostenlose Downloads des Albums und Konzertkarten. Sonicangels verhalf somit schon einer Band zu Platin-Status für die Plattenverkäufe. Ideavibes ist ebenfalls ein Crowdfunding-Projekt. Die Kanadier betreuen besonders Projekte im Non-Profit-Bereich. Besonders im Bereich von Gesundheits- und Bildungsprojekten ist die Plattform aktiv.

reCAPTCHA

Eine interessante Erkenntnis und zugleich ein Crowdsourcing-Paradebeispiel liefert die reCAPTCHA-Codes – ein Dienst von Google, der beispielsweise beim Kommentieren von Blogs genutzt wird, um automatische Spambots auszuschließen. Bei diesen kleinen Tests muss man zwei – meist eingescannte und leicht verzogene als Bild dargestellte – Wörter in ein Textfeld eingeben, sodass kein automatischer Spam auf die jeweilige Seite gelangen kann. Sie sind eine wahre Goldgrube für Google. Die Wörter stammen aus eingescannten Büchern oder Dokumenten und wurden vom Texterkennungsprogramm nicht zweifelsfrei erkannt. Der Nutzer, der die beiden Wörter eingibt, um sich als Mensch zu verifizieren, nimmt Google die Arbeit ab, unklare Wörter eindeutig zu identifizieren. Google kennt also nicht die eindeutige Lösung der reCAPTCHA-Codes, da ein Code aber tausenden Nutzern gezeigt wird, kann so ein genaues Ergebnis erreicht und abweichende Eingaben teilweise erkannt werden.

Das ‚gecrowdsourcte‘ Buch

Durch Crowdsourcing können sogar ganze Bücher entstehen: Esa Nikkilä aus Finnland stellte auf der crowdconvention sein E-Book vor. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von unzähligen Twitter-Nutzern, die mit ihren Tweets eine Geschichte fortführten. So entstand „From reality to Another“ zunächst auf Finnisch. Durch die Nutzung einer Crowdsourcing-Plattform wurde das Buch jetzt ins Englische übersetzt. Deutsch und andere Sprachen folgen Kürze.

Die Clickworkerin

Einen interessanten Einblick in das Leben eines Crowdsourcing-Nutzers gab das Interview mit „Clickworkerin“ Sigrid Ruppert aus Berlin, das Clickerworker-UK Präsident Richard Lewis führte. Sie redete redete über die Vorteile, wie Flexibiltät, Ortsungebundenheit und die freie Auswahl der Jobs, aber auch über die Nachteile, wie teilweise ausstehende Bewertungen oder unzureichende Kenntnis über das Endprodukt, um zielgerichteter zu arbeiten.

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Die Podiumdiskussion zum Thema Preisdumping durch Crowdsourcing mit Nadine Freischlad (jovoto), Harri Holopainen (Microtask), Tommi Koksinen (AudioDraft), Jasper Masemann (content.de) und Moderator Frank Puscher (v.l.)

Crowdsourcing-Podiumsdiskussion

Die beiden Podiumsdiskussionen hatten die Themen Crowdfunding und die Gefahren des Preisdumping durch Crowdsourcing. Frank Puscher, freier Journalist, der sich viel mit dem Thema Crowdsourcing beschäftigt, fragte einige Gründer von Crowdsourcing-Plattformen über ihre Erfahrungen mit der Preisproblematik aus. Interessant war auch das Thema von Sozialabgaben, die die Crowdsourcer oder die Dienstleister möglicherweise abgeben müssen.

Das im Spiel versteckte Crowdsourcing

Eine ungewöhnliche und für den Nutzer nicht ganz offensichtliche Anwendung von Crowdsourcing ist das Projekt „Microtask“ von Ville Mietinnen. Dabei werden kleine Aufgaben, zum Beispiel Texteingaben, in ein Spiel integriert. Der Nutzer leistet somit beim Zeitvertreib Arbeit.

Nach den Vorträgen und Podiumsdiskussionen freuten wir uns überausgiebiges Networking und persönliche Gespräche mit den Crowdsourcing-Anbietern.

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  1. Die Woche in Links (24/11) | gumpelMEDIA | 20. Juni 2011
  2. Crowdconvention Berlin – Wie sieht die Zukunf des Crowdsourcing aus? | clickworker.com | 21. Juni 2011

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