Auch für Übersetzer ist es wichtig, dass man sich regelmäßig weiterbildet, egal ob Freiberufler oder Angestellter in einem Übersetzungsbüro. In der noch relativ jungen Tradition der Open Access Journals erscheint für Übersetzer jetzt online das kostenlose Online-Magazin „TC3“ der Johannes Gutenberg Universität Mainz. „TC3“ deckt drei große Bereiche der Translationswissenschaften (die Übersetzer und Dolmetscher vereint) ab, nämlich Computation, Corpora und Cognition.
„Computation“ beschäftigt sich mit den technischen Hilfsmitteln, die Übersetzern zur Verfügung stehen, also Online-Ressourcen und Tools sowie Mensch-Maschinen-Schnittstellen. Computer haben, wie so vieles, auch die Arbeit von Übersetzern in den letzten Jahren immer mehr erleichtert und diesen wird hiermit auch durch die Wissenschaft Rechnung getragen. Computer sind nämlich, wie jeder weiß, keine verlässlichen Ersteller korrekter Übersetzungen wenn man sie dieser Aufgabe alleine überlässt, aber sie sind wohl in der Lage den Übersetzer in seiner Tätigkeit tatkräftig zu unterstützen. So sind gerade für technische Übersetzungen unter anderem Terminologiedatenbanken von unersetzlichem Wert, wenn eine makellose Präzision nötig ist, wie sie zum Beispiel technische Dokumentationen vom Übersetzer verlangen.
Der Bereich „Corpora“ deckt bei „TC3“ die Korpuslinguistik ab. Diese sammelt Paralleltexte zu bestimmten Themen, die zum Zweck der Aneignung von Terminologie und Syntax dieser Themen dann von Übersetzern und Dolmetschern ausgewertet werden. Hauptaufgabe ist aber auch, dass anhand dieser digital verarbeiteten Textsammlungen, wissenschaftliche Fragestellungen erforscht werden können. Korpuslinguistik untersucht dabei insbesondere Dinge, wie welche Schwierigkeiten beim Erlernen einer Sprache auftreten, wie sich der Sprachgebrauch durch neue Kommunikationsformen, wie Social Media oder Emails, verändert oder ganz einfach welche Adjektive sich mit einem bestimmten Nomen in einer Sprache sinnvoll verbinden lassen.
Der dritte Teil des Magazins ist mit „Cognition“ den neurologischen Prozessen beim Übersetzen gewidmet. Darin wird unter anderem der Schreibprozess an sich untersucht und welche kognitiven Vorgänge im Kopf des Übersetzers bei seiner Tätigkeit vor sich gehen. Professorin Silvia Hansen-Schirra, die an der Uni Mainz eine Universitätsprofessur für “Englische Sprach- und Übersetzungswissenschaft” hat, zeichnete sich in diesem Bereich unter anderem dadurch aus, dass sie zur Zeit ein Eyetracking-Labor aufbaut, das die Verständlichkeit von Texten durch den Leser untersucht.
Für Übersetzer, die die qualitativ hohen Standards ihrer Arbeit erhalten
wollen, lohnt es sich einen Blick in das Magazin „TC3“ zu werfen. Aufgrund der internationalen Bedeutung von Englisch, die nicht hoch genug angesetzt werden kann, und um möglichst viele Interessierte zu erreichen, ist die offizielle Sprache des Magazins Englisch. Von dieser Regel ist als Besonderheit ein Artikel pro Ausgabe ausgenommen, der dann in irgendeiner anderen Sprache, aber eben nicht Englisch, verfasst wird. Alles, was dem Dolmetscher und Übersetzer hilft, seine Tätigkeit schneller und zuverlässiger auszuführen“, ist laut Hansen-Schirra Teil von “TC3“. Sie ist zusammen mit Prof. Stella Neumann aus Aachen und Dr.Oliver Culo aus Berkeley, Kalifornien ein Garant dafür, dass hiermit exzellente Übersetzerwissenschaft geliefert wird.
Bildquelle: tc3 Webseite / twago

