Ingrid Perschl bloggt für die österreichische Jobplattform careesma.at und heute in einem Gastbeitrag für das twago Magazin. Der Careerblog enthält viele Karriere- und Bewerbungstipps sowie interessante Artikel zu Themen wie Jobsuche, Karriere und Arbeitsmarkt. Ingrid Perschl kennt sich daher mit den verschiedenen Formen der Onlinearbeit aus und stellt im Folgenden Artikel das Thema Crowdsourcing genauer vor.
Crowdsourcing- und Projektportale - 2 Alternativen in der Onlinearbeit
Crowdsourcing ist eine der Errungenschaften, die das Internet mit sich brachte. Es handelt sich dabei um die Vergabe von unternehmensinternen Aufgaben an die breite Öffentlichkeit. Etwa für Tätigkeiten in den Bereichen Grafik, Programmierung, für das Texten sowie in der Forschung und Entwicklung von Produktideen. Aber auch im Marketing, in der Technik, in der Buchhaltung und für rechtliche Services werden qualifizierte Kräfte gesucht.
Die Aufgaben werden auf eigens geschaffenen Crowdsourcing-Plattformen ausgeschrieben, auf denen Unternehmen die Anforderungen und das verfügbare Budget angeben können. Auch Feedback auf eingereichte Arbeiten kann über die Plattform gegeben werden und schließlich wird auf diesem Weg das gewünschte Endprodukt ausgewählt. Die Plattformen bringen Unternehmen und Internetnutzer zusammen, ohne dass dabei Zusatzkosten entstehen. Sogar Support und Möglichkeiten zur Rechnungsstellung werden häufig geboten.
Die Bezahlung für Crowdsourcing Projekte kann sehr unterschiedlich sein. Oft wird keine oder nur eine geringe Entschädigung geboten. Häufig wird Crowdsourcing auch in Form von Wettbewerben abgewickelt, bei denen nur die Arbeitskraft bezahlt wird, deren Arbeit schlussendlich verwendet wird. Dennoch kann sich die Partizipation lohnen, vor allem, wenn der Tätigkeit nur als Nebenjob nachgegangen wird.
Auftraggeber profitieren
Die Idee hinter Crowdsourcing ist es, durch eine größere Auswahl an Mitarbeitern Talente zu finden, die eine bestmögliche Umsetzung ermöglichen und dadurch zu besseren Ergebnissen zu gelangen. Das Unternehmen kann so Produktivität wie Kreativität steigern. Für kleine Unternehmen, die sich den Zukauf externer Leistungen sonst nicht leisten könnten, eröffnet Crowdsourcing Chancen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Aus Unternehmensperspektive können besonders arbeitsintensive Aufgaben ausgelagert werden, etwa das Verfassen zahlreicher Texte um SEO-Landing-Pages zu füllen. Allerdings müssen manchmal auch externe Kräfte in das Unternehmen eingebunden werden und man muss diesen Vertrauen entgegenbringen, weil sie in vielen Fällen Ressourcen aus dem Unternehmen benötigen. Für Firmen stellt Crowdsourcing zudem ein Risiko dar, weil man nie weiß, was man von der Community zurückbekommt. Es handelt sich weniger um einen großen Pool von professionell agierenden Experten, sondern um eine meist anonyme Masse, deren Qualifikation häufig nicht transparent ist. Oft muss man eine Reihe an Ergebnissen durchsehen, um zu einem passenden Endprodukt zu finden. Es kann aber auch sein, dass man gar nicht zum gewünschten Ergebnis gelangt.
Freelancer erhalten durch Crowdsourcing einerseits die Möglichkeit, Projekte zu akquirieren, andererseits ist deren Arbeitsbereich aber auch durch die Vielzahl an teilnehmenden Amateuren gefährdet. Die Kompetenz von ausgebildeten Freelancern verliert an Bedeutung. Da nicht-ausgebildete Kräfte bei vielen komplexen Aufgaben aber ohnehin nicht mitmachen können, sind Experten aber dennoch gefragt und es sind schon eigene Netzwerke nur für Freelancer entstanden. Geeignetere Plattformen sind daher Projektportale wie twago, die im eigentlichen Sinne keine Crowdsourcing-Angebote sind. Hier ist ein höherer Grad an Transparenz hinsichtlich Qualifikation und Referenzen zu verzeichnen und es werden demgemäß nur echte Experten beschäftigt.


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