Neues Momentum im Tabletmarkt

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Der Fokus des Computermarkts hat sich in den letzten Jahren deutlich verschoben. Mobilität ist das neue Schlagwort, das die Landschaft der Computerbranche nachhaltig verändert und in Begriffen wie Mobile Commerce oder Mobile Payment bereits erste Prägungen erfahren hat. Angesichts der immer stärkeren Marktdurchdringung von Tablet-Computern und Smartphones sowie der anhaltenden Beliebtheit von App-Stores ist die nach wie vor dynamische Entwicklung der Branche wenig verwunderlich.

Der Tabletmarkt bleibt in Bewegung

Der Tabletmarkt bleibt in Bewegung

Vor allem der Markt für Tablet-Computer wächst weiterhin rasant. Gartner Analysten sagen voraus, dass 2011 mehr als 60 Millionen Geräte verkauft werden sollen, was einen Anstieg von ca. 260 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 bedeuten würde. Dieser starke Zuwachs an verkauften Tablets und die entsprechende Ausdehnung des Marktes wird laut Gartner noch bis 2015 andauern.

Bislang wurde das wirtschaftliche Potential von Tablet-PCs nahezu ausschließlich von Apple mit dem iPad erschlossen, was sich durch das aggressive Vorrücken großer Konkurrenten wie Google und Amazon allerdings bald ändern könnte.

Prognosen sehen Apple weiterhin als Marktführer

Zahlreiche Versuche gab es in den vergangenen Jahren dem iPad den Tablet-Thron streitig zu machen. Die meisten dieser Versuche wie HPs WebOS-Tablets, Fusion Garages JooJoo oder verschiedene Tablets mit Windows-Betriebssystem scheinen in einer Betrachtung des Tabletmarkts mittlerweile allerdings kaum noch erwähnenswert.

Lediglich Tablet-PCs, die Googles Android als Betriebssystem nutzen, konnten sich zusammengenommen zu einer ersten ernsthaften Konkurrenz für Apples iPad entwickeln. Androids Marktanteil unter den verschiedenen Tablet-Betriebssystemen wurde von Strategy Analytics im zweiten Quartal 2011 auf circa 30 Prozent kalkuliert. Dem gegenüber stehen allerdings immer noch die mehr als 60 Prozent, die Apples iOS den Analysen zufolge erreicht. Auch Gartners Schätzungen für das gesamte Jahr 2011 bestätigen die Dominanz des iPad mit einem prognostizierten Marktanteil von 73,4 Prozent.

Dieser Erfolg Apples ist allerdings keiner durchgehenden Überlegenheit des iPads selbst und dessen Produktmerkmalen zuzuschreiben. Der kalifornische Elektronikriese hat es neben hervorragend koordinierten Marketingmaßnahmen und den tatsächlich innovativen Features des Geräts auch verstanden, mit iTunes und App Store ein umfassendes Gesamtpaket aufzubauen, dass Nutzer nachhaltig an die eigene Angebotspalette bindet.

Die auf Android setzende Konkurrenz hingegen agiert mit einem eher offenen System und hat daher auch kein zentrales Content-Angebot. Viele Hardware-Anbieter wie HTC, Samsung und Motorola bieten Android-Tablets an, wobei Samsungs Galaxy Tab die bislang wohl größte Konkurrenz für das iPad ist.

Amazons neuer Walled Garden

Frischen Wind könnte nun das bald erhältliche und von TechCrunch bereits hochgelobte Kindle Fire von Amazon in die Tablet-Branche bringen. Was Amazon von den bisherigen iPad-Konkurrenten unterscheidet, ist das massive Angebot an verschiedensten Medieninhalten, das über Amazon erworben und genutzt werden kann. Der Versandhandelgigant aus Seattle verfolgt dabei eine prinzipiell ähnliche Strategie wie Apple, macht dann allerdings doch einiges anders.

Anders als Apple hat Amazon sein geschlossenes System nicht geschaffen um dadurch die Geräte absetzen zu können. Vielmehr ist das Kindle Fire nur Mittel zum Zweck um das von Amazon etablierte System noch profitabler zu machen. Es lässt sich schon am angekündigten Preis von 200 US-Dollar feststellen, dass Amazon nicht primär durch den Verkauf seines neuen Tablets verdienen wird. Amazon nimmt Experten zufolge sogar Verluste pro verkauftem Tablet in Kauf und fokussiert stattdessen Einnahmen aus Online-Einkäufen über das Gerät. Mit der im Vergleich zum iPad relativ eingeschränkten Ausstattung des Kindle Fire macht die Anschaffung dann nur Sinn, wenn man es anschließend mit Content befüllt, den Amazon in Form von E-Books, Zeitschriften und Zeitungen, MP3s sowie (bisher zumindest in den USA) Filmen und Serien bereitstellt.

Das Kräfteverhältnis wird sich weiter verschieben

Wem diese Entwicklungen der Branche noch nicht interessant und dynamisch genug sind, der kann sich zudem noch mit den immer weiter ausufernden Patentstreits auseinandersetzen, in die mittlerweile nicht mehr nur noch Apple und Samsung verwickelt sind. Die beiden Konzerne stehen sich inzwischen in neun Ländern in Rechtsstreits gegenüber. Hinzu kommt außerdem das angekündigte Windows 8 von Microsoft, das seinen Fokus anders als seine Vorgänger vermehrt auf die Touch-Display-Bedienung legen wird und der zweite Versuch von Fusion Garage mit dem Grid10 den Tabletmarkt zu erobern.

Das Potential des Tabletmarkts bleibt weiterhin riesig. Bis mindestens 2015 prognostizieren Experten ein weiterhin sehr starkes Wachstum. Nachdem sich innerhalb des letzten Jahres Android immer mehr etablieren konnte, betritt nun mit Amazon der bislang vielversprechendste iPad-Konkurrent den Markt. Es wird interessant sein zu beobachten, wie Apple angesichts der neuen Konkurrenz in der Post-Steve-Jobs-Ära reagiert und wie sich das Kräfteverhältnis weiter verändert.

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