Großbritannien hat viele Gesichter. Wie in vielen Ländern gelten für die Hauptstadt (London) etwas lockerere Regeln als für die kleineren Städte.

Geschäfte mit Briten sind eine humorvolle Angelegenheit
London ist eine der multikulturellsten Städte Europas und wahrscheinlich der Welt. In London werden über 300 Sprachen gesprochen und die Einwohner kommen aus den verschiedensten Teilen der Welt. Großbritannien selbst, als Geburtsland der Industrialisierung, legt Wert auf die Wirtschaftlichkeit des Landes, innerhalb der EU setzt sich die Regierung für die Liberalisierung und Deregulierung der Wirtschaft ein.
Englisch ist eine der wichtigsten Sprachen in der Wirtschaftswelt, fast in jeder Verhandlung mit Vertretern unterschiedlicher Länder wird darauf zurückgegriffen. Aber wie sieht es bei Geschäften mit waschechten Briten aus? Was muss man da eigentlich beachten, wo liegen die Fettnäpfchen?
Zuerst einmal ist da der Name: Eigentlich ist das nicht Großbritannien, sondern das United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland. Auch bekannt als UK, Britain, British Isles, England oder eben Großbritannien. Das Land setzt sich zusammen aus den Teilökonomien England, Wales, Schottland und Nordirland. England ist dabei die größte Ökonomie und wahrscheinlich die erste, die einem bei dem Wort Großbritannien in den Sinn kommt.
Bekannt sind die Briten ja besonders für ihren Humor, der vor allen Dingen schwarz ist. Als Außenstehender dauert es wahrscheinlich ein bisschen, bis man mit dem britischen Humor vertraut ist, besonders als Deutscher, der ja bekanntlich keinen Humor besitzt. Briten sind in ihrem Humor eher etwas subtil und manchmal auch zynisch, was oft so trocken erscheint, dass man schon etwas Übung braucht, um es zu verstehen. Wenn man sich allerdings auf den britischen Humor einlassen kann, hat man schon einmal einen großen Schritt in Richtung Geschäftsbeziehung getan, denn Briten legen sehr großen Wert auf gegenseitige Sympathie in Geschäftsbeziehungen und mit dem richtigen Quäntchen Humor an der richtigen Stelle lässt sich der Small Talk sehr viel angenehmer gestalten. Auf der Seite von BBC ist eine ganze Kategorie dem Humor gewidmet, so kann man sich mit Britischen Humor schon etwas vertraut machen.
Wie zuvor erwähnt, spielt die Sympathie bei Briten eine große Rolle, um ein Geschäft erfolgreich abzuwickeln. Als Deutscher hat man es allgemein vielleicht etwas schwerer als andere Nationen, da Deutsche historisch bedingt einen eher negativen Ruf bei den Briten haben. Auch wenn das bezüglich der Politik und der Geschäftswelt weitgehend außer Acht bleibt und Deutschland und Großbritannien eine sehr enge Beziehung pflegen, sollte man trotzdem als Deutscher immer noch etwas vorsichtiger in internationalen Geschäftsbeziehungen sein als andere. Höfliche Umgangsformen allgemein werden in Großbritannien großgeschrieben und als Selbstverständlichkeit angesehen. Als Faustregel gilt, lieber einmal mehr Danke sagen als einmal zu wenig. Entscheidungsfragen werden mit Ja, bitte bzw. Nein, danke beantwortet und auf ein Danke schiebt man gerne noch ein Gern geschehen hinterher. Auch mit Entschuldigungen sollte nicht zu knapp umgegangen werden.
Trotzdem sollte man nicht zu schnell zu euphorisch sein, die lockere und freundliche Art der Briten gehört zum Geschäft dazu, es heißt aber nicht, dass es auch tatsächlich zum Geschäft kommt. In Großbritannien wird der Vorname bei der Anrede generell bevorzugt und heißt nicht, dass man besonders vertraut mit der Person ist und auch die Höflichkeitsformen werden immer eingehalten. Über die Sympathie und die Bereitschaft, eine Geschäftsbeziehung einzugehen, ist dabei noch nicht viel gesagt. Dazu muss man vielmehr zeigen, dass man seinen gegenüber als Geschäftspartner ernst nimmt. Daher sollte man ihn immer fair behandeln und ihn in Probleme einweihen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Zuhören und sich mit der anderen Meinung auseinandersetzen kommt besser an als seinen Geschäftspartner vor vollendete Tatsachen zu stellen. Probleme auf die leichte Schulter zu nehmen, kann schwerwiegende Folgen haben. Zu beachten ist dabei, dass Briten statt zu übertreiben dazu neigen, in ihren Formulierungen eher zu untertreiben und daher schon ein kleines Problem sehr ernst genommen werden sollte. Eine schöne Zusammenfassung von Verhaltensregeln findet sich bei e-fellows.net, Sebastian Spatz und Business Spotlight, die auch für diesen Artikel eine große Hilfe waren.
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