12 Tipps für den Businessplan

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Eigentlich braucht ihn jeder: den Businessplan. Egal, ob man als Freiberufler nebenbei für Kunden ein Logo entwirft oder ob man sich mit ein paar Mitarbeitern selbstständig macht und eine Software-Schmiede gründet: Ein Plan hinter dem, was man macht, sollte auf jeden Fall existieren.

Der Businessplan - ein Schlüssel zum Erfolg

Aber nicht jeder Businessplan muss gleich umfangreich sein. Wichtig ist, dass der Leser versteht, um was es bei dem Unternehmen geht. Ein Businessplan hat dementsprechend feste Bestandteile. Im Folgenden sollen die 12 Hauptbestandteile vorgestellt werden.

1. Zusammenfassung / Executive Summary

Die Executive Summary ist die Zusammenfassung des gesamten Businessplans. Sie kann deshalb eigentlich erst am Ende erstellt werden, wenn der Businessplan fertig ist. Sie gibt einen kurzen Überblick über die grundsätzlichen Inhalte des Plans. Das Wichtigste sollte schnell erfassbar sein.

2. Gründer(-team) und Unternehmensführung

Ein wichtiger Bestandteil des Businessplans ist die Vorstellung des/der Gründer(s). Wichtig ist die Begründung, warum gerade die Person die richtige ist, die Idee hinter dem Unternehmen zum Erfolg zu führen. Man sollte zwischen fachlichen und unternehmerischen Qualifikationen unterscheiden, also zwischen Ausbildung, Berufserfahrung und Führungserfahrung, Teamfähigkeit.

3. Produkt bzw. Dienstleistung

Das Produkt (oder die Dienstleistung) sind das Herzstück des Unternehmens. Im Businessplan sollten Eigenschaften und Entwicklungsstufen gut aufgezeichnet sein. Was macht das Produkt so einzigartig, das sog. Alleinstellungsmerkmal? Die Beschreibung sollte so verständlich sein, dass auch ein Laie versteht, um was es sich genau handelt. Es müssen die Fragen geklärt werden: Was soll geleistet werden? Dies beinhaltet auch die kurz- und langfristigen Ziele, wie sich das Produkt weiterentwickeln soll. Sollten aufwändige Produkte erstellt werden, sind die einzelnen Produktionsschritte natürlich wichtig. Ist ein Produkt neu oder ungewöhnlich, sollte die Funktionsweise nicht zu knapp ausfallen.

4. Markt und Branche

Ein guter Gründer muss auch ein gutes Gespür für den Markt und die Konkurrenz haben. Wenn man sich nur um sich selbst dreht, kommt man nicht weit. Eine Marktanalyse ist also unumgänglich. Man sollte nicht nur wissen wer die Wettbewerber sind, sondern natürlich auch gut über die Kunden Bescheid wissen. Einfachstes Mittel dafür: eigene Umfragen oder Fragen an Unternehmen der Branche. Es gibt für fast alle Branchen aktuelle Untersuchungen, häufig kann man diese auch bei Banken erhalten oder entsprechende Abschlussarbeiten an Universitäten einsehen. Im Businessplan sollte dann erkenntlich sein, wie sich das eigene Unternehmen im Verhältnis zur Branche entwickeln soll. Die Konkurrenz ist meist schnell herausgefunden: Google-Suche, Gelbe Seiten, in Foren, Experten der Kammern. Im Zusammenhang mit der Marktsituation steht auch die Standortwahl. Internetunternehmen oder Freiberufler/Selbstständige, die von zuhause aus arbeiten, sind da glücklicherweise im Vorteil. Sie können von überall arbeiten oder dort, wo Lohn- und Mietkosten besonders gering sind. Sonst ist die Wahl abhängig von der Nähe zu Lieferanten und Kunden. Eventuell gibt es auch behördliche Auflagen. Wichtig ist für den Businessplan, dass die Wahl des Standorts die Kosten rechtfertigt.

5. Vertrieb und Marketing

Im Businessplan ist dies einer der umfangreichsten Punkte. Man kann Vertrieb und Marketing daher in Angebotsstrategie, Preisstrategie, Vertriebsstrategie und Werbestrategie aufteilen.

Das Angebot des Produkts ist sehr entscheidend und ist eine gute Stellschraube, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Man sollte im Businessplan gut hervorheben, was der Unterschied zur Konkurrenz ist und was generell das Besondere ist. Die zukünftige Strategie zur Weiterentwicklung darf auch nicht fehlen.

Bezüglich der Preisstrategie ist wichtig, welche gewählt wurde: Hoch- oder Niedrigpreis? Oder eine Schwellenpreisstrategie? Im Businessplan sollte ersichtlich sein, wie die Preisstrategie die Kostendeckung sicherstellt und gleichzeitig einen Unterschied zur Konkurrenz darstellt, deshalb dürfen die Vergleichspreise der Konkurrenz nicht fehlen. Der Preis muss wettbewerbsfähig sein; dies sollte im Businessplan gut ersichtlich sein. Es sollte auch nicht zu knapp aufgeführt werden, wie sich der Preis zusammen setzt, wo die Gewinnmarge liegt und was das Produkte demnach mindestens kosten muss.

Das Vertriebskonzept sollte als eine geschlossene Einheit ersichtlich sein. Es muss natürlich zum Produkt passen und dies sollte im Businessplan auch zu erkennen sein. Es sollten alle möglichen Vertriebswege, die gewählt wurden, begründet sein. Die, die nicht gewählt wurden, sollten auch mit einer entsprechenden, kurzen Begründung aufgeführt sein. Damit ist einfach ersichtlich, dass man sich Gedanken gemacht und die Vor- und Nachteile abgewägt hat.

Werbung ist wichtig, um das Produkt bekannt zu machen. Welche Strategie verfolgt werden soll und warum, gehört auch mit in den Businessplan.

Manche Produkte und häufig auch viele Dienstleistungen gewinnen auch durch gut überlegte PR-Strategien an Bekanntheit und Vertrauen. PR sollte nicht unterschätzt werden.

6. Mitarbeiter und Unternehmensorganisation

Man sollte im Businessplan die allgemeine Ausrichtung bezüglich Organisation begründen: Gibt es strenge Hierarchien oder eher Projektteams? Wo liegen Verantwortungen? Dementsprechend müssen auch die Auswahl der Mitarbeiter und das passende Beschäftigungsverhältnis erfolgen. Eventuell ist es besser, Teilzeitkräfte zu beschäftigen oder projektweise externe Experten hinzuziehen. Im Businessplan muss auch zu erkennen sein, wie sich die Mitarbeitersituation entwickeln soll. Mit Wachstum des Unternehmens ist eventuell auch ein Wachstum der Mitarbeiterbasis erforderlich. Oder man setzt gezielt darauf, keine Mitarbeiter einzustellen und verstärkt externe Dienstleister für einzelne Aufgaben oder Projekte zu beauftragen. Beispielsweise bietet sich dies bei der Buchhaltung an.

7. Rechtsform

In einem anderen Artikel werden wir demnächst darüber schreiben, welche Rechtsform sich für Gründer wann anbietet. Es lohnt sich also bald wieder vorbeizuschauen.

8. Chancen und Risiken

Die Risiken, aber auch die Chancen, sind die für Investoren, Kreditgeber und Banker interessantesten Teile des Businessplans. Risiken sind für solche Anspruchsgruppen natürlich ein heikles Thema. Wenn aber offen und verantwortungsbewusst damit umgegangen wird (und dies bspw. im Businessplan ersichtlich ist), sollte niemand damit ein Problem haben. Hilfreich und ehrlich sind dafür Worst- und Best-Case-Szenarien. Nicht fehlen dürfen natürlich die entsprechenden Zahlen.

9. Kapitalbedarf

Irgendwo muss das Startkapital ja herkommen. Niemand gründet mit Nichts. In den meisten Fällen reicht das Eigenkapital aber nicht aus. Deshalb sollte im Businessplan zu erkennen sein, welches Kapital wohin fließt und für welche Zwecke es genutzt wird. Wichtig ist auch die Reserve. Für Freiberufler oder Selbstständige, die kein Unternehmen gründen, müssen natürlich auch die persönlichen Bedürfnisse mit einkalkuliert sein. Laufende und geplante Kredite sollten nicht vergessen werden.

10. Finanzplan

Der Finanzplan ist möglicherweise der umfassendste Abschnitt im Businessplan. Denn wo welches Geld herkommt und wohin es anschließend fließt und für was verwendet wird, ist keine einfache Sache.

Ein Bestandteil des Finanzplans ist das Eigenkapital. Die eingebrachte Höhe sollte im Businessplan vermerkt sein, denn Banken schätzen es sehr, wenn Existenzgründerkredite auch mit Eigenkapital unterstützt werden.

Die Fremdmittel und deren Höhe und Verteilung ist wichtiger Teil des Finanzplans. Häufig erfolgt die Finanzierung durch verschiedene Kapitalgeber – Investoren oder Banken als Kreditgeber. Fremdmittel sind auch (öffentliche) Fördermittel. Werden derartige Unterstützungen in Anspruch genommen oder ist dies in Zukunft geplant, sollte dies im Businessplan enthalten sein.

Die sog. Liquiditätsvorschau zeigt die Zahlungsfähigkeit über einen geplanten Zeitraum an. Es gibt durchschnittliche Werte der Branche, an denen man sich orientieren kann. In diesem Zusammenhang sollte auch der geplante „Break Even“ genannt werden, der Zeitpunkt, zu dem an aus den roten in die schwarzen Zahlen rutscht. Die Überbrückung bis dahin sollte im Businessplan ersichtlich sein.

Die Rentabilitätsabrechnung bzw. die Ertragsvorschau zeigt an, mit welchem Produkt (falls es mehrere gibt) welche Kunden einen bestimmten Erlös bringen. Dies sind natürlich nur Schätzungen, aber es können fundierte Schätzungen sein. Die Plan-Gewinn-und-Verlustrechnung zeigt, wie sich das Kapital und die Werte erhöhen sollen. Die Umsätze der Umsatzplanung stehen dabei den Aufwänden aus dem Kapitalbedarfsplan gegenüber.

11. Andere Unterlagen

Den Businessplan sollte man mit anderen Unterlagen komplettieren, wie z.B. einem Lebenslauf, Gutachten oder Zeichnungen.

12. Das richtige Maß

Viele Businesspläne sind zu umfangreich, weil die Autoren, also die Gründer, denken, möglichst alles sehr umfangreich beschreiben zu müssen. Man sollte sich nicht in allgemeinen Floskeln verlieren, sondern konkrete Aussagen machen. Ein guter Trick ist das Gegen-lesen-lassen von fachfremden Freunden. Wenn diese alles verstehen, ist der Businessplan auf jeden Fall bezüglich der Wortwahl verständlich. Der Businessplan sollte im Grunde auch auswendig erzählt werden können; die Zahlen sollten im Schlaf sitzen. So klappt alles bei einer Präsentation und beim Besuch bei der Bank oder bei Investoren.

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