Als Freiberufler bzw. Selbstständiger kann man – mit Einschränkungen –  in vielerlei Hinsicht frei entscheiden: für wen man arbeitet, wie viel man ungefähr arbeitet, welche Aufträge man annimmt und welche nicht oder wo man arbeitet. Jedoch gehört zum Freelancen auch eine Menge Disziplin. Man muss sich selbst gut im Griff haben und motivieren, man darf sich nicht ablenken lassen und man muss organisiert sein. Die Ablenkung ist eines der größten Probleme, gerade wenn man von zuhause arbeitet.

Bei zu viel Ablenkung ist es nicht immer einfach auf eine Sache fokussiert zu bleiben
Der Fernseher steht in unmittelbarer Nähe, die netten Nachbarn sind nur eine Tür weiter, die Fenster verlocken beim genauen Betrachten zum Putzen, einen Kuchen könnte man auch mal wieder backen oder endlich mal die Kette am Fahrrad ölen – eine nahezu unendliche Liste. Ablenkung gibt es also über all und man muss sich beherrschen nicht nach zu geben. Mit einigen wenigen, aber wirkungsvollen Mitteln kann man sich dieser Ablenkung gut entziehen. Dieser Artikel liefert grundlegende Tipps.
Arbeitsplatz
Um effektiv arbeiten zu können, sollte es einen richtigen Arbeitsplatz geben. Hierher sollte man sich nur zum Arbeiten begeben. Ein abgeschlossenes Arbeitszimmer ist natürlich ideal. Macht man die Tür zu, kann man Arbeits- und Privatbereiche gut trennen. Ist keine separates Zimmer vorhanden, wirken Pflanzen oder Regale als Raumteiler oft Wunder.
Außerdem sollte der Arbeitsplatz auch zum Arbeiten einladen und nicht um abgelenkt zu werden. Liegen viele Dinge, die man zum Arbeiten eigentlich nicht benötigt, herum, ist das eine Einladung sich damit zu beschäftigen, anstatt produktiv zu sein. Ordnung ist nicht für jeden gleich wichtig, aber Unordnung sollte subjektiv nicht entstehen. Hat man von seinem Arbeitsplatz aus ideale Sicht auf eine belebte Straße, verleiten die Menschen und die Betriebsamkeit zum Beobachten. Es ist Zeit für einen Stellungswechsel des Schreibtisches, falls man sich davon ablenken lässt.
Ideale Ablenkung bieten auch Geräusche. Ist der Straßenlärm störend, sollte man überlegen, die Zimmer neu zu belegen und das Arbeitszimmer einem ruhiger gelegenen Raum zuzuordnen. Jedoch ist es abhängig von der persönlichen Vorliebe. Manche Freiberufler brauchen auch einen gewissen Geräuschpegel um sich konzentrieren zu können. Gegengeräusche helfen störende Geräusche auszublenden: Musik ist dafür das ideale Mittel.
Arbeitszeit
Wenn man produktiv sein will und viel schaffen möchte, sollte man sich feste Arbeitszeiten einrichten. Dazu gehört auch, dass man nicht im Pyjama arbeitet. Wenn man „zur Arbeit geht“, sollte man einen Schnitt zum Privatleben machen, entsprechende Kleidung gehört dazu.
Arbeitszeiten müssen nicht jeden Tag gleich sein und auch nicht immer gleich lang, sie sollten aber regelmäßig sein. In einem früheren Artikel haben wir bereits über das richtige Zeitmanagement geschrieben. Wichtig ist die Planung und das Priorisieren von Tätigkeiten, noch wichtiger ist jedoch sich daran zuhalten. Den Zeitplan sollte man nicht verwerfen. Am Anfang erfordert dies viel Selbstdisziplin. Zur Arbeitszeitplanung gehört auch, dass man Pausen und Unterbrechungen einplant. Wenn man gern am Donnerstagmorgen auf den Markt geht, um frisches Obst und Gemüse zu kaufen, sollte man dies tun. Genau darin liegt ja auch der Vorteil, der eigene Chef zu sein. Jedoch sollte man solche Unterbrechungen in den Arbeitstag einplanen.
Wenn man am Montag weiß, dass man noch zum Arzt und auf das Amt muss, sollte die erste Tätigkeit der Woche die Planung der Arbeitstage sein – inklusive Unterbrechung und Ablenkung. Bestandteil dessen ist auch das Treffen mit dem Studienfreund im Café oder der 10-km-Lauf durch den Park. Hat man seine Woche gut organisiert, muss man sich nur noch an den Plan halten. Aber: man sollte vor lauter Planung die Spontanität nicht vergessen, die man gerade als Selbstständiger hat und braucht. Die to-do-Liste (bzw. -Tabelle) hilft, Aufgaben zu priorisieren und erledigtes abzuhaken. Das ist wichtig für die nächste Planung. Dabei kann man nicht-erledigte Aufgaben wieder mit aufnehmen, deren Wichtigkeit höher einstufen und vergisst so nichts.
In der Einhaltung der Zeitplanung heißt es auch, bewusst Dinge zu ignorieren. Klingelt es an der Tür und man erwartet niemanden oder nichts (ein Paket), kann man es sicher getrost ignorieren. Gleiches gilt für das Telefon – Anrufbeantworter vorausgesetzt, um Kunden nicht zu verlieren.
Wissen die Freunde und Familie, dass man immer zuhause ist, weil man da arbeitet, sind diese sicher auch häufiger versucht, vorbeizuschauen oder anzurufen. Man sollte also allen relevanten Personen, insbesondere jenen, mit denen man sich die Wohnung teilt, sagen, wann man „auf Arbeit ist“ und wann nicht. Man sollte ihnen aber auch sagen, dass man Besuche oder ähnliches mit einplanen kann – Notfälle haben Sonderstatus.
Ein weiterer Rettungsanker ist ein gemietetes Büro. Schafft man es nicht, sich von der Ablenkung zuhause zu befreien, sollte man überlegen wirklich auf Arbeit zu gehen. Büros kann man in vielen Städten auch auf Stunden-, Tage- oder Monatsbasis mieten. Kurzzeitigen Tapetenwechsel kann man im Sommer im Park oder jahreszeitenunabhängig im Café finden. Dies funktioniert aber nicht immer. Dort gibt es zwar nicht die Ablenkung, die einen in der eigenen Wohnung erwartet, aber möglicherweise andere: im Park die spielenden Kinder und im Café das Pärchen, das sich lautstark über das Verhalten der (Schwieger-) Mutter streitet.
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