
Setzt neue Kräfte frei: Outsourcing
Viele große Konzerne bzw. Unternehmen machen ausgiebig Gebrauch von Outsourcing, weil dies viele Vorteile mit sich bringt. Jedoch können nicht nur die “Big Player” von der Auslagerung von Prozessen bzw. Aufgaben profitieren, sondern bereits für kleinere oder mittelständische Unternehmen, die sog. KMU, lohnt es sich, Projekte oder Abläufe an externe Dienstleister zu vergeben. In einem vorhergehenden Artikel haben wir bereits Jobs beschrieben, die man problemlos auslagern kann. Dieser Artikel beleuchtet die Vorteile, die das Outsourcing mit sich bringt.
Outsourcing bietet sich besonders für Aufgaben an, die nicht die Kernkompetenzen eines Unternehmens betreffen. Ein Bäcker sollte also nicht das Anrühren des Brotteiges auslagern, denn dann würde er seine Kernkompetenz abgeben. Und wer isst schon gern das Brot eines Bäckers, der nicht von der Qualität seines eigenen Brotes überzeugt ist. Outsourcing anderer Aufgaben könnte dem Bäcker aber einen Vorteil verschaffen.
1. Kosten
Einer der Hauptvorteile, die das Auslagern von Prozessen bietet, ist sicherlich der entstehende Kostenvorteil. Dies hat verschiedene Ursachen. Bereits das Outsourcing innerhalb des eigenen Wirtschaftsraumes ermöglicht Einsparungen im zweistelligen Bereich; das Outsourcing in andere Länder bringt häufig einen noch größeren Kostenvorteil mit sich. Beispielsweise können externe Dienstleister häufig auf spezialisiertere Technologien bzw. Infrastrukturen zurückgreifen oder haben günstigere Tarifverträge bzw. Personalkosten. Außerdem fallen nur Kosten an, wenn auch ein Projekt zu bearbeiten ist. Gibt es zweitweise keinen Bedarf an den Dienstleistungen eines externen Anbieters, fallen dafür auch keine Kosten zu Buche. Auch für kleine Unternehmen lohnt sich dies. Die Arbeitsstunden, die beispielsweise ein Geschäftsführer für Aufgaben aufwändet, die eigentlich nicht wirklich in seinem Kompetenzbereich liegen, sind teuer und nicht besonders effizient im Vergleich dazu, wenn die Aufgaben ausgelagert werden und der Geschäftsführer sich wieder seinen Aufgaben widmen kann.
2. Kompetenz auf Spezialgebieten
Ein weiterer, wichtiger Vorteil beim Outsourcing ist die Kompetenz der Outsourcing-Partner auf dem jeweiligen Spezialgebiet. Ein Bäcker wird die Internetpräsenz seines Geschäftes nur selten selbst gestalten, weil er nicht genug oder keine Erfahrung damit hat. Mit dem Auslagern von Prozessen kauft ein Unternehmen also gleichzeitig bestimmte Kompetenzen, auf die es über den Verlauf des Vertrages mit dem Dienstleister verfügen kann. Spezialisten haben häufig Lösungen für Probleme, die für einen Laien außerhalb des Möglichen standen. Oder Spezialisten erkennen Probleme frühzeitig aufgrund ihres Erfahrungsschatzes.
3. Qualität
Nicht zu unterschätzen ist auch der Qualitätsvorteil, den man durch das Auslagern erreichen kann. Denn aufgrund der Spezialisierung der Outsourcing-Partner steigt auch die Qualität des Ergebnisses des ausgelagerten Prozesses. Es ist sicherlich möglich, dass ein Unternehmen Aufgaben ebenso selbst erledigen kann statt sie auszulagern. Jedoch wird wegen der fehlenden Kompetenz die Qualität nicht dieselbe sein wie die eines Spezialisten. Sie erledigen ihnen aufgetragene Aufgaben routinemäßig und gewissenhaft. Die Qualität ihres Produktes ist die Garantie für Bezahlung und mögliche Folgeaufträge.
4. Schnelligkeit
Zur zuvor beschrieben Qualität gehört ebenso die Quantität. Aufgaben, die nur selten erledigt werden oder für die das nötige Wissen erst angeeignet werden muss, lassen sich durch Outsourcing effizienter erledigen. Denn externe Experten erledigen Aufgaben auf ihrem jeweiligen Spezialgebiet als Routinetätigkeit und haben deshalb die nötigen Prozesse bezüglich Zeit und Aufwand optimiert. Außerdem sind sie auch häufig flexibel und können bei Bedarf schnell für Aufgaben beauftragt werden.
5. Konzentration auf das Wesentliche
Lagert ein Unternehmen Prozesse, die außerhalb der Kernkompetenzbereichs liegen, aus und vergibt sie an entsprechende Spezialisten, so können sich die eigenen Mitarbeiter wieder voll auf ihre eigentlichen Tätigkeiten konzentrieren. Dies bringt erkennbar den Vorteil, dass das Unternehmen weiter vorangebracht werden kann und die gewonnen Ressourcen, zeitlich und finanziell, an anderer Stelle sinnvoll bzw. gewinnbringend eingesetzt werden können. Niemand schlägt sich gern mit Aufgaben herum, die er nicht wirklich beherrscht, während Arbeit, die das Unternehmen voranbringt, liegenbleiben muss. So kann man sich selbst weiter auf das jeweilige Fachgebiet spezialisieren und einen Vorsprung zur Konkurrenz herausarbeiten.
6. Flexibilität
Ein weiterer Vorteil ist die gewonnene Flexibilität. Einerseits können Aufgaben, die kurzfristig anfallen, zeitnah ausgelagert werden, was beispielsweise in Peak-Zeiten des Geschäfts zusätzliche Ressourcen schafft. So kann bei saisonaler Mehrauslastung oder in starken Wachstumsphasen garantiert werden, dass niemand der Stammbelegschaft überlastet wird. Auch bei unvorhergesehenen Aufgaben können einzelne Projekte bzw. Prozesse an Dienstleister ausgelagert werden und so Zeit für die plötzlich auftretenden Anforderungen geschaffen werden.
7. Kostentransparenz
Ausgelagerte Prozesse lassen sich einfach auf Effizienz überprüfen. Gerade in kleineren Unternehmen fehlt häufig der Überblick darüber, welche Prozesse welche Kosten verursachen, weil aufgrund der Notwendigkeit der Erledigung häufig nicht über die Kosten nachgedacht werden kann. Lagert man aber bestimmte Prozesse oder Aufgaben aus, so hat man konkrete Kosten vor Augen. Dies hilft bezüglich der Transparenz von Kostenstellen. Außerdem lässt sich so auch recht einfach die Effizienz der externen Dienstleister beurteilen.
8. Talente-Pool
Die Kooperation mit externen Spezialisten auf Projektbasis bedeutet die zeitweise Erweiterung des eigenen Mitarbeiterkreises. Da man sich den Outsourcing-Partner im Grunde frei auswählen kann und so bestimmte Maßstäbe und Kompetenzanforderungen erfüllt, hat man immer den richtigen Mitarbeiter für die richtige Tätigkeit. Der Vorteil am Outsourcen ist also auch der Zugriff auf ein riesiges Portfolio von Spezialkräften. Ein Unternehmen kann mit einem Partner eine zeitlang auf Projektbasis zusammenarbeiten, der auf einem einzigen Spezialgebiet ein einzigartiger Fachmann ist, sonst aber aufgrund der hohen Spezialisierung keine Anstellung in diesem Unternehmen finden würde.
Outsourcing hat also mehr Vorteile, als die offensichtliche Kosteneinsparung und ist deshalb nicht nur für große Unternehmen, sondern gerade auch für KMUs interessant. Die beschriebenen Vorteile müssen natürlich nicht alle gebündelt auftreten oder fallen eventuell nicht immer gleich stark ins Gewicht. Jedoch sollte jeder erfolgreiche Unternehmer über Outsourcing nachdenken und wird feststellen, dass es sich häufiger lohnt als gedacht.



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