
Selbstständigkeit kann die bisherige Welt auf den Kopf stellen
Selbstständigkeit ist nicht immer eine Wahl, die man trifft, weil man unabhängig und flexibel arbeiten möchte. Es gibt auch Szenarien, in denen man den Schritt in die Selbstständigkeit nicht freiwillig oder durch andere veranlasst macht. Diese unfreiwillige Selbstständigkeit mag anfangs problematisch sein, gerade weil man die Entscheidung nicht aus freien Zügen heraus getroffen hat. Vielleicht wurde die feste Anstellung durch einen Dienstleistungsvertrag abgeändert und man erledigt zwar die selben Aufgaben für nur einen Auftraggeber (dem ehemaligen Arbeitgeber), man arbeitet aber nicht in einem festen Arbeitsverhältnis und der Vertrag kann jederzeit ablaufen.
Damit kann man sich abfinden und bei Auftragsflaute hoffen, dass es schnell weiter geht. Oder man kann sich unabhängig von dem einen Auftraggeber machen und sich selbst um weitere Projekte kümmern. So hat man immer Aufträge, die man bearbeiten kann. Außerdem kann es dann auch einmal vorkommen, dass man dem ehemaligen Arbeitgeber, der einen nun nur noch projektweise bezahlt, Angebote abschlagen kann und signalisiert so, dass man nicht allein auf ihn angewiesen ist. Dies kann sich dann positiv auf das Honorar auswirken.
Man kann auch auf anderen Wegen in eine unfreiwillige Selbstständigkeit kommen. Beispielsweise im Zuge der Familienplanung: wenn beide Partner berufstätig sind, die Kinder aber dennoch zuhause betreut werden sollen bzw. nicht zu lang im Kindergarten bleiben sollen. Ein paar Stunden bleiben dann immer, um am Tag zu arbeiten. Für Fachkräfte sind 4-Stunden-Tage aber eher die Ausnahme. Häufiger sind es dann zwei oder drei Tage, an denen gearbeitet werden soll. Aber Vollzeittage sollten ja genau vermieden werden. In einem solchen Fall bietet sich auch die Selbstständigekeit als vielleicht einzige, aber dennoch erfolgsversprechende Lösung an.
In jedem Fall ist für Selbstständige bzw. Freiberufler Networking eines des wichtigsten Werkzeuge, um an aussichtsreiche Aufräge zu gelangen. Und das Netzwerken ist nur eines der vielen Bestandteile von dem, was auch für Selbstständige unumgänglich ist: Marketing. Man muss also andere – die potentiellen Auftraggeber – von seinen Fähigkeiten überzeugen, um so Aufträge zu erhalten, die einen Gewinn abwerfen.
Marketing ist nur eine von vielen Notwendigkeiten, die den Erfolg als Selbstständiger sichern. Es gehört auch ein Plan dazu, wie man sein Geschäft aufbaut. Man muss Rechnungen schreiben und Kosten verwalten. Außerdem gehören all die Aufgaben dazu, die man als Unternehmer bewältigen muss und die Dinge, die man nicht vergessen darf: Versicherungen, Steuererklärungen, Projekteausschreibungen oder das richtige Zeitmanagement.
Jedoch sind dies alles nur die Eckpunkte, die die tägliche Arbeit umgeben. Wichtig ist deshalb, der Spaß an der Arbeit. Man hat als Selbstständiger zwar eine Menge Verpflichtungen, jedoch kommen auch viele Annehmlichkeiten dazu. Man kann arbeiten wann man will: Ist am Dienstagmorgen das Wetter ideal für eine Ausflug ins Schwimmbad, kann man gehen. Ist am Wochenende nichts weiter zu tun und man würde sowieso nur herumsitzen, kann man an einem Projekt weiterarbeiten. Voraussetzung dafür ist Selbstmotivation und Zeitplanung.
Auch wenn man zunächst unfreiwillig zum Selbstständigen bzw. Freiberufler wird, sollte man die guten Seiten sehen und nicht sofort aufgeben, wenn der Erfolg am Anfang ausbleibt. Und wenn man später doch wieder in eine Festanstellung wechseln möchte, ist die Zeit in Selbstständigkeit eine gute Referenz für den Lebenslauf.
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